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Sieg der METRO STARS im 'Straßenbahnduell'
4:2 vor 8.500 Zuschauern im ISS DOME

Es war ein erhabener Moment, als die DEG-Fans im mit 8520 Zuschauern gut gefüllten ISS DOME mit der Pre-Game-Show auf das Straßenbahnderby gegen die Krefeld Pinguine eingestimmt wurden und die Fahnen für die acht bereits in der Vereinsgeschichte errungenen Meisterschaften mitsamt der Stars von einst auf das Eis projiziert wurden. Da spendeten die Anhänger der Düsseldorfer lautstarken und nostalgieschwangeren Beifall, der für Gänsehautatmosphäre sorgte. In Momenten wie diesen ist zu spüren: 14 Jahre nach der letzten Deutschen Meisterschaft ist die Sehnsucht nach dem Gelingen des ganz großen Wurfes enorm. Gegen die Krefeld Pinguine gelang den DEG METRO STARS mit dem wiederum hart erkämpften 4:2 (2:1; 0:1; 2:0)-Erfolg ein weiterer kleiner Mosaikstein auf dem Weg dorthin.

Gegen die arg verletzungsgeplagten Gäste aus der Seidenstadt legte die DEG nach ein paar nervösen Anfangssekunden los wie die Feuerwehr und konterte die Pinguine eiskalt aus. Evan Kaufmann stieß mit Schwung von halblinks ins Verteidigungsdrittel des KEV vor und wurde dabei von zwei Pinguinen eskortiert. Er selbst hätte den Abschluss suchen können, entschied sich dann aber für einen schlitzohrigen Rückhandpass an seinen Begleitern vorbei auf den aus dem Rücken heraneilenden Shane Joseph. Der hob die Scheibe zur Blitzführung an Scott Langkow vorbei in’s Netz und ließ den ISS DOME brodeln.

Mit der Führung im Rücken agierte der Tabellenzweite gradlinig, scheibensicher und ideenreich. Angriffswelle um Angriffswelle rollte auf das Krefelder Gehäuse. In seiner unnachahmlichen Art war es dann Brandon Reid, der den zweiten Treffer einleitete. Die Scheibe auf der Rückhand am Schläger klebend zog er im Drittel der Krefelder in Richtung Tor und spielte den Puck scharf in den Torraum. Dort verpassten sie Patrick Traverse und Adam Courchaine, doch zum Glück gab es noch Mark Murphy, der ebenfalls parat stand und ihn über die Torlinie beförderte  (10.)

Die Freude über die Führung hielt ganze 35 Sekunden, da verlor die DEG-Deckung Gästestürmer Boris Blank aus den Augen, so dass dieser den von der rechten Bande von Alan Rourke an den linken Pfosten gespielten Querpass in’s kurze obere Eck verwerten konnte (11.). Trotz guten Spiels ließen die Rot-Gelben die Chance ungenutzt, in Überzahl den alten Abstand wieder herzustellen. Einen Unterzahlgegenstoß vom Kapitän der Gäste Herberts Vasiljevs parierte Jean-Sébastien Aubin (12.).

Im Mittelabschnitt rissen die Krefelder die Partie an sich und dominierten das Geschen. Ex-DEG-Stürmer Charlie Stephens traf nur den Pfosten (22.), Daniel Piettas feine Einzelaktion im DEG-Drittel verfehlte ihr Ziel nur knapp (24.). In Unterzahl scheiterte Pietta an Aubin, nachdem die DEG den Puck im Aufbauspiel hergegeben hatte (32.). Doch auch die Düsseldorfer hatten in einem sehr temporeichen DEL-Spiel weiterhin ihre Chancen. Korbinian Holzer, der vor Langkow an die Scheibe kam, hätte wohl besser selbst den Abschluss gesucht, als es noch einmal mit einem Querpass zu versuchen. Dieser nämlich wurde von der aufmerksamen KEV-Verteidigung abgeblockt (28.). Auch das Überzahlspiel der METRO STARS sah weiterhin gefällig aus, nur blieb es ohne durchschlagenden Erfolg. Nach einem Anspiel in der neutralen Zone ging Linienrichter Schelewski zu Boden und blieb verletzt liegen. Schiedsrichter Roland Aumüller schickte beide Mannschaften 69 Sekunden vor dem Drittelende vorzeitig in die zweite Pause.

Was der DEG offenbar nicht gut bekam. Nachdem das Spiel mit einem Bully vor der eigenen blauen Linie fortgesetzt wurde, dauerte es nur 12 Sekunden, bis sich die Gäste über den Ausgleich freuen durften. Dieser war nahezu eine Kopie des Anschlusstreffers. Hereingabe von der rechten Seite, diesmal von Vasiljevs. Wieder stand Blank am linken Pfosten und traf (40.).

Dass es doch noch ein Happy-End gab, verdankte die DEG dem wieder stärkeren Schlussdrittel und einer ausgenutzten Überzahl. 33 Sekunden durften sie mit zwei Spielern mehr agieren und gerade, als die Krefelder wieder zu viert waren, riss Craig MacDonald jubelnd die Arme in die Höhe. Seine Powerplay-Kollegen hatten eng um das KEV-Tor herumgespielt und Adam Courchaine schließlich einen harten Pass in die Mitte gespielt. MacDonald stand genau richtig (51.)! In der Schlussphase setzte Krefelds neuer Trainer Rick Adduono alles auf eine Karte und nahm Scott Langkow, der kurz zuvor noch eine zehnminütige Disziplinarstrafe aufgebrummt bekommen hatte, zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. MacDonalds schnurgerader Schuss aus dem eigenen Verteidigungsdrittel aber machte den Sack endgültig zu.

„Es war ein gutes und aufregendes Eishockeyspiel“, resümierte Adduono im Anschluss an die 60 Spielminuten. „Wir haben das getan, was zu tun war, um hier zu gewinnen. Im ersten Drittel haben wir Fehler gemacht, haben aber gut reagiert und sind zurückgekommen. Düsseldorf ist eine sehr starke Mannschaft.“

Harold Kreis hatte einen guten Auftakt seiner Mannschaft gesehen: „Wir haben unsere Tore durch konzentrierte Aktionen erzielt. Danach sind wir ein wenig in Spielerei verfallen. Wir hatten viele Chancen, auf’s Tor zu schießen, was wir aber nicht getan haben. Der Abbruch ist uns nicht bekommen, wir wurden schlafend erwischt. Die Mannschaft aber hat gekämpft und Adam Courchaine und Craig MacDonald haben ihre Qualitäten zu Toren genutzt.“ Ehrlich fügte er hinzu: „Ich wäre am Ende auch mit einer Punktteilung zufrieden gewesen.“

Die Fans feierten ihre Lieblinge nach dem Schlusspfiff ausgelassen. Nach einer Ehrenrunde versammelte sich die Mannschaft im Mittelkreis und zelebrierte eine lautstark begleitete Humba. Auch auf der sich anschließenden After-Game-Party im Bistro, auf der auch zahlreiche Spieler erschienen, wurde weiter gefeiert. „Deutscher Meister wird nur die DEG“ ertönte es da unter anderem. Nicht nur die Sehnsucht nach dem neunten Titel ist also vorhanden, sondern auch der Glaube daran. Ein nicht unwichtiger Faktor, denn der Glaube kann schließlich Berge versetzen!

Mit breiter Brust kann die DEG also am Dienstag zu den Eisbären Berlin zum absoluten Spitzenspiel in die O2-World reisen. Neun Punkte Vorsprung hat sie sich auf die Konkurrenten ab Platz drei erspielt. Zwölf Zähler beträgt der Rückstand auf den Tabellenführer. Dass die DEG in Berlin bestehen kann, hat sie in dieser Saison beim 7:3 schon eindrucksvoll bewiesen. Am Freitag steigt dann das 186. Derby gegen die Kölner Haie, für das noch etwa 3.000 Karten erhältlich sind.

Festtage also im Düsseldorfer Eishockey, die auf dem Rathausbalkon ihren krönenden Abschluss finden sollen. Dann, so versprach es heute STARS LIVE-Moderator Otto Krause DEG-Pressesprecher Frieder Feldmann, wird er dort ein Goethe-Gedicht zum Besten geben.(JA)

Bild: Christian Roth - www.american-sports.info

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