Es gibt sicher Schöneres als in den Abendstunden seines persönlichen
Ehrentages noch seiner hauptberuflichen Tätigkeit nachzugehen. Doch im
Profisport hat man mitunter keine andere Wahl. Und so stand auch Harold
Kreis an seinem 51. Geburtstag beim Spiel seiner DEG METRO STARS gegen
die Frankfurt Lions als Trainer hinter der Bande. Seine Schützlinge
beschenkten ihn mit drei Punkten, die aus einem knappen 2:1 (2:0; 0:0;
0:1) resultierten. In der Schlussphase geriet der Sieg noch einmal in
Gefahr.
In dieser spielten sich turbulente und tumultartige
Szenen vor dem Gehäuse vom wieder einmal überragenden DEG-Schlussmann
Jean-Sébastien Aubin ab. Die Gäste vom Main setzten alles auf eine
Karte und agierten mit einem zusätzlichen Feldspieler bei verwaistem
eigenen Gestänge. Doch letztlich war an Aubin kein Vorbeikommen. Kurz
vor Ertönen der Schlusssirene gelang es den Düsseldorfern, die Scheibe
entscheidend aus der Gefahrenzone zu befördern.
Den Grundstein
für den wichtigen Erfolg gegen einen direkten Konkurrenten im Kampf um
die vorderen Tabellenplätze legte die DEG vor 3706 Zuschauern in den
ersten 20 Spielminuten. Da Craig MacDonald nach einem frühen Foul von
Thomas Oppenheimer vorübergehend aussetzen musste, erhielt Youngster
Martin Hinterstocker nach erfolglosem Verstreichen der sich
anschließenden 120 Powerplaysekunden Eiszeit in der Sturmreihe mit Evan
Kaufmann und Mark Murphy. Und gleich im ersten Wechsel ließ er das Netz
zappeln. Per Bauerntrick überwandt er Thomas Ower im Kasten der Lions
in der kurzen Fanghandecke (6.). Die DEG hatte das Geschehen fortan gut
im Griff, die Frankfurter hatten wenig gefährliche Offensivaktionen
vorzuweisen. Bei einem verdeckten Handgelenksschuss von Joey Tenute
zeigte sich Aubin aufmerksam und parierte mit dem rechten Schoner (9.).
Patrick Reimer setzte einen Abpraller nach einem Flachschuss von Jason
Holland nur knapp rechts neben das Tor und scheiterte anschließend bei
dem Versuch, es seinem Mannschaftskameraden Hinterstocker gleichzutun
und Ower per Bauerntrick zu überwinden (11.). In Überzahl verzog Adam
Courchaine aus halbrechter Position aus spitzem Winkel ein Reid-Zuspiel
knapp (15.). Lange grämen mussten sich die DEG-Anhänger aber nicht,
denn nur wenig später staubte Shane Joseph zum 2:0 ab (15.).
Im
wenig ereignisreichen und folgerichtig torlosem Mittelabschnitt
verstärkten die Frankfurter ihre Offensivbemühungen, weiterhin aber
ohne die ganz große Gefahr auszustrahlen. Wurde es doch mal etwas
brenzliger, war Aubin gewohnt sicher zur Stelle. Die beste Chance für
die DEG vergab Rob Collins, der nach einer feinen Körpertäuschung aus
halblinker Position alleine auf das Lions-Tor zufuhr, den Puck aber am
rechten oben Eck vorbeizirkelte (37.). John Slaney stoppte Brandon Reid
penaltyreif, Schiedsrichter Rick Looker verhängte aber lediglich zwei
Minuten wegen Haltens (35.). Weiterer Aufreger: Dass Aleksander
Polaczek Ryan Caldwell mit seinem Schläger im Gesicht traf, ahndete der
Unparteiische nicht, wertete aber die Revanche-Aktion von Evan Kaufmann
Sekunden später als Ellenbogencheck (36.).
Trotz weiterhin
bemühter Hessen schien es in der ersten Hälfte des Schlussabschnitts
nicht unbedingt so, als drohe das Spiel noch einmal zu kippen.
Natürlich war aber auch das 2:0 noch lange kein sicheres Polster. Als
die Lions ein Überzahlspiel nach nur vier Sekunden in ein Tor umsetzten
(Bully Hahn, Querpass Tenute, Distanzschuss von Ulmer – Tor, 54.),
wurde es doch noch einmal spannend. Und hitzig. Nach einer Parade von
Aubin gerieten Marian Bazany und Tenute aneinander und durften sich
für zwei Minuten auf der Strafbank abkühlen (58.). Als sie zurück auf’s
Eis durften, tickten gerade die letzten drei Sekunden des Spiels
herunter und der Sieg für die DEG war in trockenen Tüchern.
Gästetrainer
Rich Chernomaz befand nach dem Spiel, beide Mannschaften hätten müde
gewirkt und viele Fehler bei Scheibenbesitz gemacht. Das erste Tor habe
seine Mannschaft zu einfach hergeschenkt. Während die DEG aus ihren
Überzahlgelegenheiten Kapital schlagen konnte, sei das den Lions
zunächst nicht gelungen. „Im letzten Drittel haben wir dann nochmal
Druck gemacht, aber Aubin war stets zur Stelle.“ Außerdem habe seinen
Spielern das Glück vor dem Tor gefehlt.
Harold Kreis sah es
ähnlich: „Aubin hat heute sehr, sehr stark gehalten. Es sah tatsächlich
aus wie der 39. Spieltag“, wobei sich Kreis nicht verkneifen konnte,
mit Blick auf das wiederholte Match gegen Ingolstadt anzumerken, dass
es für die DEG ja eigentlich schon der 40. Spieltag sei. „Morgen wird
die Mannschaft einen Regenerationstag einlegen.“ Seine Mannschaft mache
derzeit auch einige mentale Fehler, wobei diese heute ein wenig hätten
reduziert werden können. „Aber noch nicht genug, um unseren Ansprüchen
gerecht zu werden. Wir haben nicht genug Druck auf das Tor erzeugen
können.“ Über die drei Punkte konnte er sich trotzdem freuen, auch wenn
„beide Mannschaften besser spielen können und auch wieder besser
spielen werden.“
Das wird auch nötig sein, um bei den kommenden
Aufgaben bestehen zu können. Am Samstag-Abend (!) um 19:30 Uhr
gastieren die Krefeld Pinguine zu einem besonderen Straßenbahnderby im
ISS DOME. Saturday-Night-Hockey zur besten Eishockeyzeit steht auf dem
Programm. Am Dienstag reisen die METRO STARS zu den Eisbären Berlin.
Dann steigt in der O2-World das absolute Spitzenspiel in der Deutschen
Eishockey Liga. Eine Vorschau auf beide Partien gibt es ab Donnerstag
auf www.deg-metro-stars.de.(JA)
Bild: Christian Roth - www.american-sports.info


















