Sie können einem fast schon leid tun, die Iserlohn Roosters. Zum neunten Mal in Folge wurden sie von den DEG METRO STARS geschlagen. Gestern abend mit 4:2 (1:0, 1:1, 2:1). Es war vielleicht nicht das beste Spiel der Düsseldorfer in dieser Saison, doch gegen die tapfer kämpfenden Sauerländer machten die Jungs von Trainer Harold Kreis die Tore im richtigen Moment und konnten so vor 5.708 Zuschauern den vierten Sieg in Folge einfahren.
Das erste Drittel begann mit einer flott aufspielenden Düsseldorfer Mannschaft. 3:03 zeigte die Uhr, als Marian Bazany den Puck zum ersten Mal gefährlich auf das Tor der Gäste brachte, aber nur den Pfosten traf. Die sichtbar motivierten Iserlohner hielten aber von Beginn an und gut mit und so entwickelte sich schnell ein munteres Spiel, welches aber zunächst ohne zählbare Erfolge blieb. So konnten auch beide Mannschaften keine ihrer Überzahlsituationen ausnutzen. Da sich zur Mitte des Drittels beide Mannschaften weitestgehend egalisiert hatten, plätscherte das Spiel dann ein wenig vor sich hin. In der 14. Minute scheiterte Rob Collins zwar erst an Sebastian Stefaniszin im Tor der Roosters, doch nur wenige Sekunden später konnte er nach einem gewonnen Bully zum 1:0 einschießen. Ein bildschöner Treffer, der bis zur Drittelpause Bestand hatte.
Die Roosters waren im zweiten Spielabschnitt auch weiterhin bemüht, den Anschluss nicht zu verlieren, mussten aber zunächst eine Unterzahlsituation über sich ergehen lassen. Doch das Powerplay der Hausherren war nicht zwingend genug, um die Führung zu erhöhen. Den Ausgleich hatte in der 27. Minute Michael Wolf auf dem Schläger, Jean-Sebastian Aubin im Tor der DEG METRO STARS präsentierte sich aber erneut in Topform und hielt seinen Kasten sauber. Während die Düsseldorfer zusehends in Passivität verfielen und den nötigen Biss vermissen ließen, mühten sich die Iserlohner redlich, aber erfolglos. Bis zur 37. Minute. Die DEG hatte zwar ein Powerplay, vernachlässigte dabei aber die Defensivarbeit. Mads Christensen bedankte sich mit einem sehenswerten Alleingang und dem Ausgleichstreffer. Lange sollte die Freude der Spieler und Anhänger der Roosters aber nicht wahren, denn nur 70 Sekunden nach dem Ausgleich erhöhte Craig MacDonald nach einem guten Angriff erneut auf 2:1.
Auch zu Beginn des Schlussdrittels sah es nicht danach aus, als würden die Iserlohner sich geschlagen geben. So überstanden sie erst ein Unterzahlspiel, in dem die Düsseldorfer viel zu lasch agierten und erzielten dann in der 47. Minute den erneuten Ausgleich. Daniel Sparre machte nach gutem Zusammenspiel mit Andy Schneider und Jimmy Roy das 2:2. Und Roy war es dann auch, der nur wenige Augenblicke später die Führung hätte erzielen können, doch er scheiterte am Gestänge. Schiedsrichter Reichert bemühte nach dieser Möglichkeit den Videobeweis. Die Gäste blieben druckvoll und so langsam fingen die DEG METRO STARS auch wieder an, sich zu wehren. Das Spiel wurde also immer spannender und die Chancen auf Seiten der Düsseldorfer zwingender. Die Roosters ihrerseits warfen alles nach vorne, mit dem Ergebnis, dass sich in der Defensive Lücken auftaten. Eine davon nutzte Mark Murphy, der mit seinem Schuss knapp hinter der blauen Linie den Iserlohner Goalie alt aussehen ließ. Das Spiel entwickelte sich nun zum offenen Schlagabtausch und anderthalb Minuten vor Ende des Spiels machte Evan Kaufmann dann alles klar: aus spitzem Winkel setzte er den Puck zum 4:2 ins Netz. Zwar nahmen die Roosters noch ihren Goalie vom Eis, doch auch eine Auszeit änderte nichts mehr an der erneuten Niederlage gegen die DEG METRO STARS.
„Das 2:1 hat schon weh getan, aber das dritte Tor war dann unser Genickbruch“ analysierte Gästetrainer Uli Liebsch nach dem Spiel. „Der Einsatz war zwar da, aber wir haben Fehler gemacht, die man gegen Düsseldorf nicht machen darf. Für mich ist die DEG in dieser Form ein Favorit auf die Meisterschaft.“ DEG-Trainer Harold Kreis befand: „Das Spiel war knapper, als das Ergebnis aussagt. Wir hatten heute nicht die richtige Schärfe, aber entscheidend ist, dass wir drei Punkte gegen sehr gute Iserlohner geholt haben.“
Die nächste Chance, den Abstand auf den Tabellenführer, die Eisbären Berlin zu verkürzen gibt es schon am kommenden Dienstag, dann findet um 19:30 Uhr das Nachholspiel gegen den ERC Ingolstadt statt. (ASZ)
Bild: Angelo Bischoff / fotopuls.com



















